Dies und Das

Mein erstes Auto - ein weißer VW-Käfer

C.H. Wer erinnert sich nicht gerne an diesen Tag: Führerscheinprüfung. Endlich war es soweit. Nach einer mehr oder weniger anstrengenden Theorie- und Fahrprüfung hatte ich es geschafft. Ich war jetzt Besitzer des so heiß begehrten "Lappens", denn so wurde damals das graue Führerscheindokument genannt, und durfte Auto fahren.

Am Freitag, den 20. Juni 1964 war es soweit. Ich erhielt die Erlaubnis "ein Kraftfahrzeug mit Antrieb durch eine Verbrennungsmaschine der Klasse drei zu führen". Die Basis war gelegt, aber allein die Erlaubnis machte mich mit meinen 22 Lenzen nicht glücklich. Ein fahrbarer Untersatz musste her, denn Originalton Vater: "Wer einen Führerschein hat, der muss auch fahren". Selten war mir der Wunsch meines Altvorderen so was von Befehl, dass ich mich sofort an die Umsetzung machte, denn ich musste in einigen Wochen jeden Samstag zu einem Lehrgang nach Oldenburg. Ich hatte vorher fleißig gespart. Den Rest zahlte Vater. Etliche Monate später war es endlich soweit. Ich war stolzer Besitzer eines weißen VW Käfer 1302, 37 KW (50PS), ca. 67.000 km Laufleistung, Kaufpreis 2.500 DM und Kfz-Kennzeichen VEC-V 122.

Natürlich musste ich die Beschleunigung und Endgeschwindigkeit meines "50-PS Boliden" erst einmal auf der Steinfelder Straße testen. Mit diesen Erfahrungen im Rücken fühlte ich mich dann stark genug, ständig nach Oldenburg zu fahren. Mit dem Führerschein und dem Autokauf wurde für mich die Welt größer. Ich war mobiler und flexibler. Für die Freizeitgestaltung eröffnete sich eine Vielzahl von zusätzlichen Möglichkeiten. Ich gehörte zum erlauchten Kreis der Autobesitzer - damals vielleicht noch stärker als heute ein gewisses Statussymbol. Narürlich mussten auch gewisse Pflegeaktivitäten übernommen werden. Einmal in der Woche wurde der Wagen per Hand gewaschen - meine Freundin legte großen Wert auf ein sauberes Auto. Zurückblickend hatte ich viel Freude und Spaß mit meinem ersten Auto und für die Erziehung meiner Kinder auch eine wichtige Erkenntnis gewonnen: Eigenbeitrag macht zufriedener als reine Scheckbuchmentalität.

 

  

Der Kuddel.

C.H. Ich fahre oft nach Cuxhaven zur "Alten Liebe" in Urlaub. Auf einer Bank der Deichpromenade in Cuxhaven-Duhnen sitzt "Kuddel", ein alter Seemann. Er schaut aufs Meer, genießt die würzige Seeluft, trotzt Wind und Wetter und lädt Vorübergehende zum Verweilen ein. Wenn ich mich direkt neben ihm setze, so fängt Kuddel auf einmal an zu reden. Er spricht davon, wie schön es doch ist, ruhig dazusitzen und hinaus auf die endlos erscheinende See und das Watt zu schauen und in der Ferne die Schiffe entschwinden zu sehen.

Er lädt die Leute ein, es ihm gleich zu tun. Er erzählt auch "Döntjes" und davon, was es in Duhnen früher alles gegeben hat, z.B., dass man damals auch eine Seebrücke hatte, wie sie es sonst nur an der Ostsee gibt. Diese Seebrücke ist 1944 von der Sturmflut weggerisen worden. Die Holzreste haben die Duhner dann in der schlechten Zeit nach dem Krieg als Feuerholz genutzt. Dass Kuddel, von der Künstlerin Bärbel Kolberg aus Meerbusch auf Betreiben der Kamp-Stiftung aus Beton angefertigt wurde, ist nicht gleich erkennbar, so täuschend echt sieht er aus. Deshalb ist es auch schon vorgekommen, dass ein besorgter Kurgast die Rezeption des Hotels angerufen und um Hilfe für den anscheinend hilflosen Mann gebeten hat.

Insgesamt ist Kuddel mit sechs Hörstücken bestückt, die ihm seine Stifter per Tonband einverleibt haben. Die Stücke werden immer eingeleitet vom Heimatlied "Wo die Nordseewellen trekken an den Strand..." und Kuddel schnackt teilweise auch auf Platt. Dann ist auch ein bischen Seemannsgarn dabei. "Kuddel" ist im Übrigen an der Küste eine Bezeichnung für "Kerl". Man kennt den Kuddel vom Seemannsdichter Joachim Ringelnatz als "Kutteldaddeldu" oder auch vom ehemaligen knorrigen schleswig-holsteinischen Politiker Jochen Steffen, der mit seinem Pseudonym "Kuddel Schnööf" den Leuten unangenehme Wahrheiten verklickerte. Jedenfalls gehört der Kuddel von Duhnen inzwischen zu den am meisten fotografierten Objekten an der Norseeküste.       

 

Alles sollte geregelt sein.

C.H. Im Alter sollte alles geregelt sein - vor allem Immobilienbesitzer haben das Bedürfnis, für die Zukunft so genau wie möglich zu planen. Sie wollen vorsorgen für den Tag, an dem sie nicht mehr ohne fremde Hilfe allein in den eigenen vier Wänden leben können. Sechs von zehn Rentner werden daher aktiv und versuchen, für sich ein Stück Sicherheit zu schaffen. Ihr Ziel ist es dabei, so lange es nur geht in der vertrauten Umgebung zu bleiben

Allerdings gelingt es nur selten, wirklich sichere Regelungen für den Verbleib in der eigenen Immobilie zu finden. Unter anderem, weil viele Rentner die Kosten unterschätzen, die im Alter auf sie zukommen. Oft ist das Geld zu knapp kalkuliert. Unerwartete Aufwendungen für Instandhaltung des Eigenheims, medizinische Behandlungen oder für eine Pflegekraft werden nicht ausreichend berücksichtigt. Es gilt für Senioren, gerade auch wenn sie im eigenen Heim bleiben möchten, rechtzeitig Kassensturz zu machen und professionell zu planen, wie dieser Wunsch in Erfüllung gehen kann.

Ein möglicher Weg für die Senioren, den Verbleib in der eigenen Immobilie sicherzustellen, ist die Immobilien-Leibrente. Dabei verkaufen die Senioren ihr Haus oder ihre Wohnung und bekommen im Gegenzug ein lebenslanges Wohnrecht sowie eine monatliche Leibrente. Ein Modell, das gerade auch für sicherheitsorientierte Menschen interessant ist. Denn das lebenslange mietfreie Wohnrecht wie auch die monatliche Leibrente werden notariell im Grundbuch verankert. Die Leibrente eignet sich grundsätzlich für alle Immobilieneigentümer, die das 70. Lebensjahr erreicht haben - für Paare ebenso wie für Einzelpersonen. Mit der Immobilien-Leibrente können Senioren das in der eigenen Immobilie steckende Vermögen schon zu Lebzeiten optimal nutzen.

Infos unter: www.deutsche-leibrenten.de 

 

Händeschütteln

C.H. "Hallo! Wie geht´s?" Mit ausgestreckter Hand kam der Bekannte auf mich zu, schüttelte mir kräftig die Hand und erzählte von seinen Krankheiten. Die schossen mir auch in den Sinn. Wie viele Bakterien mögen beim Händeschütteln auf mich übergegangen sein? Auch wenn ich kein Hypochonder bin, vermeide ich es möglichst, einem anderen die Hand zu reichen. (Hypochonder ist ein Mensch, der sich nicht wohlfühlt, wenn er sich wohlfühlt). 

So machen es auch manche Ärzte. "Wir sind nicht unhöflich, wir sind umsichtig. Wir verzichten auf das Händeschütteln und schenken Ihnen ein Lächeln". Mit diesen oder ähnlichen Texten machen Ärzte darauf aufmerksam, das sie auf das Ritual beim Begrüßen oder Verabschieden verzichten. Dabei ist das Händeschütteln an der Tagesordnung. Täglich können wir im Fernsehen Politiker betrachten, wie sie sich freundlich bis mürrisch die Hand reichen. Geschäftsabschlüsse werden nicht nur mit einer Unterschrift, sondern auch durch den Handschlag besiegelt. Dabei denke ich an den Stoppelmarkt, auf dem das Vieh den Besitzer wechselt. So lange man verhandelte, schlug man Hand auf Hand und erst der Händedruck zeigte an, das Geschäft ist gemacht.

Warum reicht man sich überhaupt die Hand zur Begrüßung, frage ich mich? Nun, das Internet, der "Brockhaus" unserer Tage, klärt mich auf. "Möglicherweise basiert das Händeschütteln auf dem Winken, mit dem man einem Gegenüber zeigen wollte, dass man in friedlicher Absicht, also mit leerer Waffenhand kam. Daraus entwickelte sich in unserer christlichen Kultur die heutige Art der Begrüßung". In einer heutigen "Karriere-Bibel" lernen wir: "Ein Handschlag dauert in der Regel nicht länger als drei bis vier Sekunden. Längeres Händedrücken bleibt eher engen Freunden vorbehalten. Und: Geschüttelt wird dabei bitte nie"! (Gerührt aber auch nicht.) Der Händedruck ist nicht nur eine bloße Begrüßung - er ist ein nonverbales Signal und zeigt, mit wem man es zu tun hat. So entscheidet es nicht selten darüber, ob wir unser Gegenüber auf Anhieb sympatisch finden oder nicht ...

Auch wenn heute viele Menschen dem Händeschütteln noch eine Umarmung mit "Küsschen" zufügen, ich möchte beides nur noch in Ausnahmen zulassen. Und ich bin schon froh, kein Eskimo zu sein; die begrüßen sich nämlich mit einem "Nasengruß"! 

 

 

Die Alten... von Theodor Storm 1817

Wenn man jung ist und modern, möchte man natürlich gern

alles neu und umgestalten, doch, wer meckert dann? Die Alten!

Will dynamische Ideen endlich man verwirklicht sehen,

zieh`n sich sorgenvolle Falten; ja, so sind sie, unsere Alten!

Krieg und Elend, Hungersnot, manchen Freundes frühen Tod;

doch sie haben durchgehalten, ja, das haben sie, die Alten!

Was sie unter Müh und Plagen neu erbaut in jenen Tagen,

wollen sie jetzt gern erhalten: Habt Verständnis für die Alten!

Bändigt Eure jungen Triebe, zeigt den Alten Eure Liebe,

laßt Euch Zeit mit dem Entfalten, kümmert Euch um Eure Alten!

Wozu jagen, warum hetzen? Nach den ewigen Gesetzen

ist die Zeit nicht aufzuhalten. Plötzlich seid Ihr dann die Alten!

Und in Euren alten Tagen hört Ihr Eure Kinder klagen;

ach, es ist nicht auszuhalten, immer meckern diese Alten!

Ja, des Lebens Karussell dreht sich leider viel zu schnell;

drum sollten sie zusammenhalten, all die Jungen und die Alten.

 

 

 

Merkel lobt Ehrenamtliche

C.H. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am 25.05.2017 den Ehrenamtlichen in Heidenheim und Deutschland ihre Anerkennung ausgesprochen. Das Ehrenamt sei ein "Gewinn für uns alle, für die Gemeinschaft", so Merkel. "Sie sind so, wie Sie hier sitzen, ein tolles Stück Deutschland! Danke für das, was Sie für andere tun".

Merkel hob in ihrer Rede die große Vielfalt des Ehrenamtes hervor. "Vom Sportverein über die Altenpflege, den Beistand für sterbende Menschen, die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk, die Kirchengemeinden, den Kulturbereich und die Kleiderkammern bis hin zu den Suppenküchen und den Seniorenbeiräten: Alles lastet auf den Schultern der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer".

Zudem sei der demografische Wandel deutlich spürbar. Es gebe weniger jüngere und mehr ältere Menschen. Deshalb habe die Bundesregierung in dieser Legislaturperiode zum Beispiel im Bereich der Pflege einen besonderen Schwerpunkt gesetzt. Merkel dankte allen, die für und mit älteren Menschen arbeiten - dies stehe stellvertretend für eine menschliche Gesellschaft.

Die Bundeskanzlerin zeigte sich offen für eine gewisse Belohnung des Ehrenamtes. Denkbar sei etwa, die Arbeit junger Helfer bei der Berechnung des Numerus Clausus für den Zugang zu Studienfächern anzurechnen. Auch regionale Initiativen wie verbilligte Kulturangebote könnten sinnvoll sein, so Merkel. Auf Bundesebene habe man bereits über einen sogenannten Ehrenamtspass nachgedacht. Dies sei wegen der fehlenden Zuständigkeit des Bundes aber schwierig. Für die Förderung sind in Deutschland Länder und Kommunen zuständig.

Vielleicht wäre es sinnvoll, wenn die Stadt Lohne dem Rat der Kanzlerin folgen würde und über die Einführung einer solchen Ehrenamtskarte nachdenken würde. Der Seniorenbeirat der Stadt Lohne wird zu gegebener Zeit darauf zurückkommen.

 

 

  

 

Das Gehirn rostet nicht - Ausser man lässt es rosten.

C.H. Das Gehirn kann ein ganzes Leben lang neue Verschaltungen bilden und bleibt dadurch lernfähig.  Trotzdem mögen viele ältere Menschen keine Veränderungen. Eine Renovierung etwa bedeutet für sie vor allen Dingen Stress - auch, wenn sie durchgeführt wird, um dem Menschen das Leben zu erleichtern.

Sich auf Neues einzulassen, lohnt sich aber: "Durch neue Erfahrungen und eigenes Entdecken entsteht Freude", sagt Dagmar Krapp, die selber eine Seniorengruppe leitet. Dadurch werde das Belohnen im Gehirn angeregt und sendet Botenstoffe. Doch wie schaffen es ältere Menschen, die Freude am Lernen nicht zu verlieren? Wichtig ist, dass Verwandte, Kinder oder nahestehende Personen keinen Druck ausüben. "Die Lust auf Neues muss vom eigenen Willen her kommen", weiß Dagmar Krapp aus eigener Erfahrung mit den Senioren.

Manchmal äußern Senioren, dass sich Veränderungen für sie gar nicht mehr "lohnen". Ältere haben oft ein negatives Altersbild. Da hilft es, in den Blick zu nehmen, dass sich das Leben positiv verändern lässt. Wird die Wohnung an Bedürfnisse angepasst, kann der Betroffene wieder mehr selbst erledigen.

 

 

Computerkurs für Senioren

C.H. Ältere Menschen lernen anders als Jüngere. Wer im Alter noch den Umgang mit einem Smartphone oder Laptop lernen will, kann an einem Kurs im Ludgerus-Werk teilnehmen. Bei der Wahl des Kurses ist entscheidend, wie viel der Interessierte schon weiß.

"Es gibt Angebote für Leute, die noch keine oder nur wenig PC-Kenntnisse haben. Für Fortgeschrittene bieten sich Spezialkurse über Bildbearbeitung, Fotos, Onlinebanking oder die Gestaltung von Videofilmen an. In anderen Kursen geht es um den Umgang mit Facebook, WhatsApp und Bildtelefone", so Hans Hogeweg vom Seniorenbeirat der Stadt Lohne.

Senioren lernen am besten in einer möglichst kleinen Gruppe Gleichaltriger - unter Anleitung von Lehrern, die sich mit der Lernweise älterer Menschen auskennen. Denn: Senioren lernen anders als Jüngere. "Grundsätzlich sind Menschen bis ins hohe Alter lernfähig", erklärt des Computerexperte. "Um aber zuverlässig im Langzeitgedächnis zu verankern, wie man eine Nachricht via WhatsApp verschickt oder sich im Onlinebanking einloggt, muss der Vorgang noch häufiger wiederholt werden als bei jüngeren Menschen" sagt Hogeweg.

"Die Atmosphäre in der Kleinstgruppe animiert zum Fragen", hat Hogeweg beobachtet. "Die Senioren stellen fest, dass sie mit ihren Computer-Problemen nicht allein sind" sagt er. Er sieht in der Aneignung von Medienkompetenz "in gewisser Weise eine Altersvorsorge". Denn es kann sein, dass es einem eines Tages altersbedingt schwerfällt, das Haus zu verlassen - gut, wenn man dann in der Lage ist, übers Internet in Kontakt mit anderen zu bleiben.

 

   

Gedicht op Platt

 

Maok die schlau

"Vehler"...

C.H. Wer arbeitet, macht Fehler. Wer viel arbeitet, macht mehr Fehler. Nur wer die Hände in den Schoß legt, macht keine Fehler. (Alfred Krupp)

Gelegentlich hören wir von Lesern und Kollegen, dass sie Fehler in unseren Texten gefunden haben: Es kann schon mal vorkommen, dass ein Wort falsch geschrieben ist, ein Komma fehlt oder an Ausdruck und Grammatik noch mehr hätte gefeilt werden können. Selbst in der OV kommt es gelegentlich vor.

Dazu möchten wir sagen, dass wir uns große Mühe geben, alles richtig auszudrücken und zu schreiben. Aber trotz unserer vielen Kontrollen wird immer mal wieder ein Fehler übersehen. Wenn sie zu den Lesern gehören, die unsere Artikel auf unserer Homepage mit dem Curser in der Hand lesen und sich vielleicht sogar über die seltenen Fehler ärgern, dann bitten wir Sie zu bedenken, dass wir keine Germanisten, keine Journalisten und keine ausgebildeten Layouter sind. 

Versuchen Sie unsere kleinen Unzulänglichkeiten als das zu nehmen, was sie sind: menschlich. Immerhin bietet Ihnen unsere nicht immer komplett fehlerfreie Homepage eine gute Gelegenheit zum Gehirnjogging.

In diesem Sinne: Wir wünschen Ihnen einen ungetrübten Spaß bei der Lektüre unserer aktuellen Artikel auf unserer Hompage.      

Habe ich mich verändert?

C.H. Natürlich habe ich mich verändert. Das ist so, wenn man älter wird. Die Haare werden nicht nur grau, sondern auch weniger, die Knochen knirschen und wenn ich fernsehe, muss ich den Ton lauter stellen als früher. Meine Tochter sagt immer: Was hast du das Fernsehen laut eingestellt. Aber das meine ich nicht. Das alles sind körperliche Prozesse, die dem Alter geschuldet sind.

Nein, was ich meine, sind die gesellschaftlichen Umbrüche, die sich derzeit rasant vollziehen und die, so bemerke ich mit leisem Erstaunen, auch Auswirkungen auf mein Verhalten in den einfachsten Dingen des alltäglichen Lebens mit sich bringen. Ich bin vor noch gar nicht so langer Zeit durch Lohne geschlendert. Arglos und ohne jedweden Gedanken an meine persönliche Sicherheit. Ich habe bei Lammers und im Bücherladen gestöbert und mit Werner im Cafe einen Kaffee geschlürft. Schön war`s.

Das ist heute anders. Ich beäuge aufmerksam die mich passierenden fremdländischen Menschen und habe meine Aktentasche fest unter dem Arm geklemmt. Wenn ich bei meiner Sparkasse Geld abhebe, checke ich erst mal, wer sich mit mir an dem anderen Geldautomaten befindet und decke die Tasten beim Eintippen der Geheimzahl mit der Hand ab. Und wenn ich im Supermarkt an der Kasse stehe, macht es mich nervös, wenn ich mich von Personen mit Migrationshintergrund - so heißt das ja heute wohl - bedrängt fühle, nur weil Menschen aus dem arabischen Raum ein anderes Verständnis von Nähe und Distanz haben. Oder wenn ich abends vom Kartenspielen nach Hause gehe, achte ich darauf, ob vor mir oder hinter mir einer geht. 

Das sind nur ein paar Beispiele. Sie beschreiben mein Unwohlsein, das mich ergriffen hat angesichts des willkürlichen Zuzugs von Menschen aus Ländern anderer Kulturen und Religionen. Mein Umfeld ist jetzt, wo ich das schreibe - im Januar 2017 - nicht mehr das, indem ich mich gerne bewegt und wohlgefühlt habe. Wenn ich denke, was wollen die alle hier? Gehöre ich deswegen zur rechten Szene, nur weil mich solche Gedanken umtreiben? Ich glaube nicht. Ich weiß sehr wohl, dass unter den Flüchtlingen unendlich viele hilfsbedürftige, liebenswerte Menschen sind, die Schlimmes erlebt haben und für die es lohnt, sich einzusetzen.

Wie mein Lohne wohl in 30 Jahren aussehen mag, wenn meine Enkel voll im beruflichen Leben stehen und vielleicht eine eigene Familie haben? Was dann wohl aus meiner schönen Heimat geworden ist? Ich weiß es nicht. Mich wird es dann wahrscheinlich nicht mehr geben. Und das ist auch gut so! 

   

   

Ein Klick reicht....

Ein Klick reicht Text

Was bedeuten Null-Zinsen für Senioren?

C.H. Die EZB hat den Zins quasi abgeschafft. Das hat fundamentale Folgen für die Welt des Geldes. Und damit für alle Deutschen - egal, ob Sparer, Bauherr oder Rentner. Für die einen ist er "Super-Mario", für die anderen der Totengräber der deutschen Sparkultur. Fest steht, dass Mario Draghi - der Präsident der EZB - wieder einmal alle verblüfft hat.

 Die Europäische Zentralbank (EZB) weitet unter Draghis Führung ihre umstrittenen Anleihekäufe aus, und zwar von 60 auf 80 Milliarden Euro im Monat. Darüber hinaus verschärft sie den Strafzins auf Bankeinlagen und drückt den Leitzins erstmals in der Geschichte auf null. Kreditinstitute, die ihr Geld bei der EZB deponieren, müssen eine Strafgebühr entrichten. Sie will damit die Deflation bekämpfen und die Finanzinstitute dazu bringen, mehr Kredite zu vergeben und damit die europäische Konjunktur anzuschieben.

Die Brachialpolitik der EZB macht jede Hoffnung zunichte, dass die Guthabenzinsen in den nächsten Jahren wieder steigen. Das Anleihenkaufprogramm der EZB wird dafür sorgen, dass im Finanzsektor extrem viel Geld vorhanden ist. Die Banken haben also gar keinen weiteren Anreiz, weitere Kundengelder anzulocken. Deshalb sind die Konditionen  für Sparer schon heute sehr schlecht. "Die Zinsen auf Sparprodukte werden tendenziell weiter sinken", so der Chefvolkswirt der ING DiBa.

Auf schlechtere Bedingungen müssen sich Senioren als Inhaber von Girokonten einstellen. Zwar dürfen die meisten Banken davor zurückschrecken, die Minuszinsen der EZB eins zu eins an ihre Kunden weiterzugeben. Senioren und andere Girokonteninhaber sollten dafür mit steigenden Kontoführungsgebühren und anderen Kosten für Finanzdienstleistungen rechnen. Negative Zinsen werden Sparer wohl nicht fürchten müssen. Wenn Sparer leiden, kann sich der Hausbauer freuen. Es werden heute schon Darlehn von unter einem Prozent angeboten. Die Immobilienpreise werden dagegen besonders in den Städten kräftig steigen.

 

 

 

  

Es ist ja so einfach ...

C.H. In einem Wohnkomplex in Landshut sollen sich EU-Bürger fingierte Wohnadressen verschafft haben, um ganz legal an Sozialleistungen zu kommen. Medien berichten von einem angeblich ausgeklügelten System

Die Siedlung "Drachenburg" ist ein heruntergekommener Wohnkomplex am Rand der Stadt Landshut. Hier sollen vor allem Rumänen wohnen, die Briefkästen ihrer Landsleute verwalten. Diese wohnen zwar nicht in Landshut, gaukeln dort aber eine Meldeadresse vor, um Sozialleistungen zu beziehen. Der Verdacht: Die dauerhaft dort Lebenden öffnen Behördenpost und sagen ihren Angehörigen in Rumänien Bescheid, sobald ein Termin beim Amt ansteht. In einem Bericht des Quartierbeirats ist die Rede von einem "regelmäßigen Busverkehr, mit dem die Bewohner aus Rumänien hergebracht werden, um Jobcenterleistungen in Anspruch zu nehmen und dann anschließend mit dem Geld wieder nach Rumänien zurückfahren".

Entsprechende Gerüchte habe es schon seit geraumer Zeit gegeben, bestätigen mehrere Kommunalpolitiker, unter anderem der Bürgermeister des Orts, Hans Rampf, in mehreren Interviews. Wie der BR weiter berichtet, beschäftigen zwei Firmen in der Stadt Rumänen zu Minilöhnen, die dann von der Arbeitsagentur aufgestockt werden. Wird den Arbeitern dann nach einem halben Jahr Probezeit gekündigt, haben sie bereits einen Anspruch auf Grundsicherung erworben - ganz legal.

Diesen Formen des Sozialtourismus muss ein Ende geboten werden. Wer in Deutschland arbeitet oder länger gearbeitet hat, darf in Zukunft innerhalb der ersten fünf Jahre weder Hartz IV noch Sozialhilfe bekommen. Die Arbeitsministerin Andrea Nahles will ein neues Gesetz vorlegen. An der Regel für Aufstocker wird sich aber wohl nichts ändern.

 

    

Aufstockung der Rente!

C.H. Der deutsche Staat stockt die Rente von mehr als 500.000 Menschen auf das Niveau von Hartz IV auf. Diese Zahl könnte in den nächsten Jahren allerdings dramatisch steigen. Ab 2030 droht das Rentenniveau auf bis zu 43,5 Prozent des Durchschnittslohns zu fallen.

Es ist eine der größten Fehlleistungen der vergangenen Jahre. "Die Rente ist sicher", sagte der damalige Bundessozialminister Norbert Blüm in den 90ern, heute klingt er für immer mehr Deutsche wie blanker Hohn. Denn die Zahl der Menschen hierzulande, die ihren Lebensunterhalt mit ihrer Rente nicht bestreiten können, steigt seit Jahren. Über eine halbe Million alte Menschen sind derzeit auf die sogenannte Grundsicherung angewiesen. Das bedeutet der Staat stockt ihre Rente auf das Niveau von Hartz IV auf.

Der WDR kam in einer umfangreichen Untersuchung sogar auf einen weit schlimmeren Wert. Demnach werde das Rentenniveau ab dem Jahr 2030 auf bis zu 43,5 Prozent des Durchschnittslohns der gesamten Lebensarbeitszeit fallen.

Ein erheblicher Teil der deutschen Ruheständler hat ordentliche Renten. Viele Jüngere werden es im Alter dagegen schwer haben. 40 Prozent der Deutschen haben laut einer Studie des DIW nicht genug Geld, um Rücklagen zu bilden. Wenn nichts passiert, werden viele Millionen Deutsche im Alter dramatisch verarmen. Die Bundesregierung und besonders Frau Nahles muss jetzt dringend Handeln. Selbst in der Großen Koalition gibt es deshalb immer mehr Stimmen, die eine Abkehr von der derzeitigen Rentenpolitik fordern.

Neuer Vorschlag: Wer früher in Rente geht und dafür Abschläge in Kauf nimmt, soll mehr als bisher dazu verdienen können. Bis zu 450 Euro wird der Zuverdienst weiterhin nicht angerechnet. Für jeden Euro über dieser Grenze sollen 40 Cent von der Rente abgezogen werden. Bislang sind die Abzüge drastisch höher. Arbeiten über das normale Rentenalter hinaus soll attraktiver werden. Bisher zahlte der Arbeitgeber dann seinen Teil des Rentenbeitrags ein, ohne dass die Rente des Betroffenen stieg. Künftig kann auch der Beschäftigte seinen Teil einzahlen - im Gegenzug wirken dann beide Beitragsteile rentensteigernd. Pro Monat soll dies 0,5 Prozent ausmachen - nach einem Jahr wäre die Rente also um sechs Prozent höher. Arbeitgeber müssen zudem für Beschäftigte im Rentenalter keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zahle.

 

 

Was ich noch sagen wollte!

C.H. Jetzt gehe ich so langsam auf die 75 zu und denke oft über vergangene Zeiten nach. Nicht um zu lamentieren, sondern um festzuhalten, was ich in vergangenen Jahrzehnten so alles erlebt habe. Dabei stoße ich oft auf Lücken. Was weiß ich eigentlich von meinen Eltern, Großeltern und Verwandten außer ein paar Geburts- und Sterbedaten?

Wie haben sich meine Eltern kennengelernt, wo war mein Großvater im Ersten und mein Vater im Zweiten Weltkrieg? Viele Fragen gehen mir durch den Kopf. Je tiefer ich in das Thema eindringe, desto mehr Erinnerungen werden aber auch wach. Nach dem Tod meiner Schwester vor einem Jahr finde ich alte Fotos und manchmal steht auf der Rückseite von wann die Aufnahme ist wo sie gemacht wurde.

Jetzt habe ich begonnen, alles aufzuschreiben. Nicht hintereinander. Einzelne Kapitel sollen es werden: aus meiner Kindheit in Südlohne wo wir als Messdiener in der Klus nach der Messe den übriggebliebenen Wein ausgetrunken haben, die Schlittenfahrten auf dem Hamberg (Kreuzwegstationen), die Erinnerungen an die Nachkriegszeit, den Schüler- und Jugendfussball in Lohne und die gewonnenen Pokale und Kreismeisterschaften. Später die erste Liebe, Bundeswehrzeit, Beruf, Familie und die Politik in Lohne  - aber auch alles, was mir zu meinem Altvorderen noch so einfällt.

Oft geht mir ein Name, eine Gegebenheit nachts durch den Kopf, dann heißt es wacker aufstehen und Stichworte aufschreiben. Vielleicht ist es ja wichtig? Was da alles wieder lebendig wird. Unglaublich. Wenn ich noch was näheres wissen möchte, frage ich meine Kollegen von Rentnertreff der 12. Kompanie bei Wilke. Dort erfahre ich dann noch so manches mehr. Wenn einmal alles fertig geschrieben ist, die Fotos eingefügt, die Seiten sortiert sind, möchte ich "das Werk" drucken und binden lassen. Der Buchtitel soll lauten: Was ich noch sagen wollte!

Wann ich damit fertig werde? Keine Ahnung, es kommt immer wieder was Neues, das eingefügt werden muss und sollte. Warum ich das mache? Nun, wenn meine Kinder einmal in meinem Alter sind, fragen sie vielleicht auch, was der "Alte" so getrieben hat. Dann wissen sie es - zumindest weitgehend, denn alle meine "Sündenfälle" werde ich nicht zu Papier bringen. Soweit geht die "Aufklärung" nun auch wieder nicht! Wieso erzähle ich das überhaupt? Ich möchte Sie, liebe Leserin, lieber Leser animieren, es mir nachzutun. Oder haben Sie es schon gemacht? Eine interessante, manchmal amüsante Beschäftigung. Lassen Sie sich nicht zu viel Zeit, Sie wissen ja: Es geht alles so schnell vorüber.

 

 

Warum sinkt das Rentenniveau?

C.H. Eigentlich ist es gerecht und einfach: Die Renten werden erhöht, wenn es mit den Löhnen auch aufwärts geht. Doch seit zwölf Jahren manipuliert ein Rechentrick die Rentenformel - und klaut den Rentnern so jedes Jahr hunderte Euro.

Die Renten folgen zwar den Löhnen - aber nicht ganz. Die Löcher im Budget der Rentner werden immer spürbarer. Schuld daran sind die sogenannten Dämpfungsfaktoren, die die Rente bezahlbar halten sollen.

Einerseits zieht der Riester-Faktor einen Prozentpunkt von der Rente ab. Den Verlust muss jeder selber durch eine private Riesterrente wettmachen.

Anderseits gibt es den Nachhaltigkeitsfaktor: Die Rentenerhöhungen werden gekürzt, wenn die Zahl der Rentner stärker als die Zahl der Beitragszahler steigt. Je mehr sich das Verhältnis verschlechtert, umso geringer steigen die Renten.

Schon jetzt sind die Rentenanpassungen im Vergleich zu 2003 rund 4,4 Prozentpunkte hinter der Lohnentwicklung zurückgeblieben. Das zeigt eine Aufstellung der Bundesregierung. Für jemanden, der 45 Jahre zum Durchschnittsverdienst gearbeitet hat, bedeutet das einen Verlust von mehreren hundert Euro: Würden die Rentenkürzungen im Jahre 2016 rückgängig gemacht, hätte er jährlich rund 722 Euro mehr, so die Experten.

Doch es kommt noch schlimmer. Zwischen 2016 und 2029 soll ein Dämpfer von weiteren knapp acht Prozentpunkten hinzukommen. Der Durchschnittsrentner würde so am Ende dieser Zeit jedes Jahr 2.939 Euro verlieren. Laut aktuellem Rentenversicherungsbericht sinkt so das Rentennivau, also das Verhältnis der Höhe einer Standartrente gegenüber dem Durchschnittsverdient, von rund 48 Prozent im letzten Jahr auf voraussichtlich knapp 45 Prozent im Jahr 2029 ab. Die Differenz sei genau das, "was den Rentnern zur Existenzsicherung fehle", so der Bericht.

  

Wie man sich vor Einbrüchen schützt

C.H. Die Ernten sind eingebracht, das Laub färbt sich golden und in den Kaminen knistern die ersten Feuer. Der Herbst hat auch sehr schöne Seiten. Mit dem früheren Einbruch der Dunkelheit steigt allerdings auch die Zahl der Haus- und Wohnungseinbrüche. November und Dezember sind in jedem Jahr die Hauptsaison für Einbrecher, warnt die Kriminalpolizei.

Eine Studie der Ruhr-Universität Bochum zur Einbruchs - prävention zeigt, dass die ersten Minuten bei einem Einbruch entscheidend sind. Schafft es der Einbrecher nämlich nicht innerhalb von wenigen Minuten in die Wohnung oder das Haus einzudringen, bricht er in der Regel den Versuch ab und sucht sich ein einfacheres Ziel. Sicherheit beginnt also damit, Terrassentüren, Fenster und Wohnungstüren gut zu sichern oder zu kontrollieren, ob sie beim Verlassen gut gesichert sind. Denn dies sind laut Kripo die drei beliebtesten Einstiegwege.

Oft lohnt es sich, die Nachbarn zu Hilfe zu nehmen. Vielleicht gibt es nebenan eine ältere Dame, die den ganzen Tag zu Hause ist? Dann kann man beispielsweise nachfragen, ob sie in unregelmäßigen Abständen das Zuhause im Auge haben kann. Das genügt oftmals schon, um die Polizei bei einem Einbruch rechtzeitig zu rufen. Auf keinen Fall sollte man sich dem Haus oder der Wohnung bei einem Einbruchsversuch nähern! Der oder die Täter könnten gewaltbereit sein, warnen Experten.

Eine beliebte Funktion bei sozialen Netzwerken wie z. B. Facebook verrät den Freunden und Bekannten den aktuellen Aufenthaltsort. Das macht spontane Verabredungen zwar sehr einfach; es kann von weniger freundlichen Zeitgenossen aber auch als Aufforderung zu Straftaten verstanden werden. Darum ist das Vermeiden von genauen Angaben über den momentanen Aufenthaltsort und die Zeit, in der man nicht zu Hause ist ganz wichtig! Das gilt auch und gerade für längere Abwesenheiten, z. B. den Urlaub.

Meist helfen schon kostenlose Maßnahmen, die helfen zu verbergen, dass ein Haus oder eine Wohnung gerade nicht bewohnt wird. Zeitschaltuhren an ein paar Lampen angebracht, beleuchten beispielsweise in den Abendstunden gut sichtbar die Wohnräume. Außerdem sollte man einen Nachbarn bitten, regelmäßig den Briefkasten zu leeren, damit die angesammelte Post nicht verrät, dass der Besitzer schon längere Zeit abwesend ist.

Kommen die Einbrecher trotzdem ungehindert in die Wohnung oder das Haus, ist das einzige, was dann noch hilft, die Hausratversicherung. Sie bietet in der Regel Versicherungsschutz gegen Einbruchdiebstahl, Raub und Vandalismus; darüber hinaus sind Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel versichert. Die psychische Belastung nach einem Einbruch ist meist genauso schwerwiegend wie der materielle Schaden.

 

   

Sterbehilfe - was ist das?

C.H. Darf sterbenskranken Menschen geholfen werden, wenn sie nicht länger leben möchten? Auf diese Frage will der Bundestag im November eine verbindliche Antwort geben. Wie lässt sich gewerbsmäßigen Suizidhilfevereinen das Handwerk legen? Wie lassen sich Regelungen vermeiden, aktiv sein Leben zu beenden sei nicht länger unnormal, sondern normal? Vier Lösungsansätze liegen den Abgeordneten vor. Die Abstimmung darüber wird ohne Fraktionsempfehlung erfolgen.

1. Totalverbot: Zwei CDU-Bundestagsabgeordnete wollen - abweichend zur bisherigen Rechtssetzung - jede Beihilfe zur Selbsttötung künftig bestrafen. Jedem, der beim Suizid hilft, soll eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren drohen.

2.  Weitreichende Straflosigkeit: Demgegenüber plädiert eine Abgeordnetengruppe aus den Fraktionen der Linken, der Grünen und der SPD  für eine weitreichende Straflosigkeit. Das soll auch für Sterbehilfeorganisationen und Ärzte gelten, die wiederholt Sterbehilfe leisten. Verbieten wollen die Abgeordneten nur eine auf Kommerz angelegte, gewerbsmäßige Suizidhilfe und Werbung dafür.

3. Eingeschränkte Straflosigkeit:  Dagegen will eine aus allen vier Bundestagsfraktionen stammende Abgeordnetengruppe nicht nur die kommerzielle "gewerbsmäßige" Suizidbeihilfe, sondern auch jede auf Wiederholung angelegte "geschäftsmäßige" Suizidbeihilfe unter Strafe stellen.

Damit müssen auch nicht-kommerziell arbeitende Sterbehilfevereine oder Suizidhelfer wie der Berliner Arzt und Sterbehelfer Uwe-Christian Arnold, der mehr als 200 Menschen beim Suizid geholfen hat, mit Strafe rechnen. Die Beihilfe zur Selbsttötung im Einzelfall soll demgegenüber wie bisher grundsätzlich straffrei bleiben.

4. Legalisierung der Suizidbeihilfe durch Ärzte: Zwei Abgeordnete der CDU und SPD wollen den assistierten Suizid grundsätzlich verbieten. Zugleich soll jedoch Ärzten die Beihilfe zur Sebsttötung unter bestimmten Umständen ausdrücklich erlaubt werden. Voraussetzungen sollen eine irreversibel zum Tod führende Erkrankung und eine daraus resultierende extreme Leidenssituarion des Patienten sein. Bei psychischen Erkrankungen oder einem andersweitig verursachten Wunsch nach Beendigung des eigenen Lebens darf keine Beihilfe geleistet werden. Eine ärztliche Hilfe darf nur freiwillig erfolgen.

Quelle: Kirche + Leben  

 

 

 

 

 

   

Vollmachten für den Fall der Fälle!

C.H. Wenn jemand etwa wegen einer Krankheit nicht mehr geschäftsfähig ist, muss ein anderer Mensch die wichtigen Entscheidungen fällen. Dies sollte eine Person des Vertrauens sein - deshalb ist es notwendig, rechtzeitig die entsprechenden Vollmachten zu erteilen. Das gilt zum Beispiel für den Bereich der Finanzen, hier ist eine Bankvollmacht nützlich, damit bei Krankheit oder Tod weiter gehandelt werden kann. Die Banken und Sparkassen halten entsprechende Vordrucke bereit. Auch eine Betreuungsverfügung kann sinnvoll sein. Hier legt der Verfasser fest, wer sein Betreuer werden soll, falls ein Gericht eine gesetzliche Betreuung anordnet.

Ärzte müssen Patientenverfügung befolgen. Wolfgang Putz, Rechtsanwalt aus München, erläutert ihre Bedeutung: "Wer über 18 Jahre alt ist, hat nach deutschem Recht keinen rechtlichen Vertreter mehr. Er sollte also mit einer Vorsorgevollmacht einen Vertreter bestimmen und diesem mit einer Patientenverfügung Vorgaben für Behandlungsentscheidungen bei schwerster Krankheit geben." Diese bevollmächtigte Person müsse dann, so Wolfgang Putz, mit den Ärzten Entscheidungen über die Behandlung unter strikter Beachtung des Willens des Patienten treffen. Bei Zuwiderhandlung geht der Arzt das Risiko einer Strafanzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung ein.

Wohin mit der Patientenverfügung? "Die Patientenverfügung sollte man an einem Ort hinterlegen, zu dem sich der Vorsorgebevollmächtigte jederzeit Zugang verschaffen kann. Alternativ kann man die Patientenverfügung auch direkt dem Bevollmächtigen aushändigen", betont der Rechtsanwalt. Eine Patientenverfügung ist zeitlich uneingeschränkt gültig. Trotzdem empfiehlt es sich, alle paar Jahre oder bei schweren Veränderungen des Gesundheitszustands seine Verfügung mit Datum und Unterschrift zu bekräftigen und eventuell zu ergänzen oder zu ändern.

Vorsorge für den letzten Gang! Nicht nur das Ende des Lebenswegs, auch der Abschied vom Leben selbst ist heute kein Tabuthema mehr. Viele Menschen wollen ihn nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten. Mit einer Sterbeversicherung kann man schon zu Lebzeiten entsprechende Vorsorge treffen. Diese Versicherung deckt die Kosten für die Beisetzung und andere direkt mit dem Tod verbundene Ausgaben ab. Man kann auf diese Weise eine angemessene Bestattung sicherstellen und die entsprechenden Vereinbarungen direkt mit dem Bestatter treffen. Und die Hinterbliebenen werden dabei finanziell entlastet.

Text: Ergo-Versicherungen 

 


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